Auf den Weg in die Hauptstad führte uns unsere Reise zum geographischen Mittelpunkt von Europa (auf einem Golfplatz) bei Purnuskes, wenige Kilometer nördlich von Vilnius. Die neuesten Berechnungen des französischen Landvermessungsamt „Institut Geographique National“ ergaben diesen Punkt. Es umringen die Fahnen der europäischen Länder eine massige Säule aus weißem Granit mit golden funkelnder Sternenkrone.
VILNIUS – eine Stadt mit Geschichte
Fast 600 000 Menschen leben in Vilnius, davon nur 50% Litauer und jeweils 20% Russen und Polen. Vilnius Atmosphäre ist von seiner Vielvölkergeschichte bestimmt. Im Lauf der Jahrhunderte siedelten hier die unterschiedlichsten Ethnien und Konfessionen und trieben Handel.
Wenn man in die Altstadt mit den malerischen engen Gassen und geduckten Häuschen eintaucht, kommt man ins Schwärmen. Kopfsteinpflaster und nur wenige Autos auf den Straßen- das lädt zum Flanieren ein. Litauens Hauptstadt ist betörend schön, nicht ohne Grund nennt man sie „Jerusalem des Ostens“ oder „ Rom des Nordens“. Vilnius scheint solche Vergleiche zu provozieren. Auf jeden Fall ist sie eine Stadt mit vielen Kirchen: Katholische, russisch-orthodoxe, evangelische, mehrere Moscheen und inzwischen auch wieder eine Synagoge. Die Stadt wirkt wie ein steinernes Bilderbuch der europäischen Architekturgeschichte: Renaissance oder Barock – daneben die Kuppeln der russisch- orthodoxen Kirchen und die Gründerzeitbauten des Bürgertums.
Wir starteten mit einer Runde im „Hopp on- hopp off“ Bus, da dieser direkt vom Stellplatz seine Runde begann. Dadurch hatten wir einen recht guten Überblick wo es was zu sehen gab. Nach der 1 stündigen Runde machten wir uns dann zu Fuß auf den Weg und waren von den vielen tollen Aus- und Einblicken, den architektonisch so verschiedenen Kirchen, Häusern und den kleinen Gassen ganz begeistert.
Kathedrale Fürstenpalast Nationalmuseum Gediminas Burg Präsidentenpalast Rathaus Tor der Morgenröte Bastion der Stadtmauer Bastion der Stadtmauer
In Vilnius soll man von jedem Standort aus mindestens drei Kirchtürme sehen können.
St. Anna Kirche Orthodoxe Kirche Orthodoxe Kirche
Vilnius hat sein Gesicht bis heute nicht verloren, auch wenn jenseits des Flusses Neris moderne Bürotürmen in den Himmel ragen.
Der Dichter Asam Mickiewicz lebte früher am Anfang der heutigen LITERATUR GASSE. Heute schmücken rund 200 Werke litauischer und ausländischer Künstler die Wände und ehren verschieden Autoren. Jedes Bildnis ist eine Hommage an einen literarischen Meister, der von den Künstlern selbst ausgewählt wurde.
Künstlerviertel von Uzupis
Hinter dem Flüsschen Vilna liegt eine der ältesten Vorstädte. Ursprünglich von Handwerkern bewohnt, zogen nach der Unabhängigkeit Litauens 1991 viele Studenten, Künstler, Musiker und Schauspieler in die leistbaren Plattenbauten des Vorortes. Alte Häuser, idyllische Hinterhöfe, Galerien, Cafés und kleine Läden prägten das Viertel, das immer beliebter wurde. Die 7000 Bewohner gründeten 1997 ihre eigene „Spaßrepublick“- mit 4 Flaggen (für jede Jahreszeit eine), einem eigenen Präsidenten und einer eigenen Uzupis Verfassung mit 41 Artikeln (bitte unbedingt nachlesen!!!) https://www.newslichter.de/2013/01/uzupis-und-das-recht-auf-gluck/ In der kleinen Republik werden die normalen Regeln auf den Kopf gestellt- eine reizvolle Mischung aus Anarchie und Idylle. Auf dem Marktplatz erhebt sich das Wahrzeichen, ein goldener Engel, daher wird Uzupis auch Engelsrepublick genannt.
Spät Abends kehrten wir müde aber mit vielen tollen Eindrücken zurück auf unseren City Stellplatz. Uns hat es in Vilnius sehr gut gefallen. Eine Stadt zum Wiederkommen!
