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Auf ins Baltikum – nach Litauen

Bevor wir die Grenze zu Litauen passieren, besuchen wir noch das Eisenbahnviadukt bei Stancyki. Zwei fast 40 m hohe Bogenbrücken aus Granit spannen sich imposant über ein kleines Flusstal. Im ersten Weltkrieg gab es eine Zugverbindung von West- über Ostpreußen über Litauen. Die Linie wurde bald demontiert, da das Material für die Wolfsschanze benötigt wurde.

Grenzstein am Dreiländereck: Hier treffen sich Polen, Lettland und Russland. Man darf aber nicht den Grenzstein umrunden und somit drei Länder in ein paar Sekunden zu besuchen. Den russischen Boden zu betreten ist streng verboten und wird mit Kameras überwacht.

Grenzübergang Polen-Litauen

Bei Varteliai, einem kleinen unscheinbaren Grenzübergang, reisen wir in Litauen ein. Keine Kontrolle, kein “GREEN PASS“ alles stressfrei.

Entlang der Grenze zu Kaliningrad fahren wir hoch bis Vilkaviskis. Doch gleich eine negative Überraschung. Mein Handy hat sich ins russische Netz eingeloggt, 2,95 Mb Datenvolumen 60 Euro „Danke an BOB“

Ein Traumhaftes Plätzchen an einem See in Vilkaviskis, umgeben von Wasservögeln, rauschendem Schilf erleben wir einen wunderschönen Sonnenuntergang. Die 1. Nacht in Litauen war sehr romantisch und lies mich die Panne mit dem Handy gleich vergessen.

Unsere Reise führt uns weiter an die Ufer der Memel bei Jurbarkas zum sehr schönen und gemütlichen Stellplatz in Pilis. Wir bleiben da gleich mal für 3 Nächte. Fahren mit den Rädern zum Schloss Panemune, Gerhard probiert es mit  Fischen in der Memel und ich backe mein 1. Brot im „Omnistar“!!! Meine Bewertung, (Gerhard) super gelungen schmeckt lecker. “Wie die deutschen so sagen“

Auf zur Kurischen Nehrung

Sie ist ein wahrhaftiges Wunder zwischen 2 Gewässern, geschaffen von Sand, Wind und Menschen. Sie gehört zum UNESCO – Weltkultur- und Weltnaturerbe. Hier erstreckt sich über 98 km (52km gehören zu Litauen, der Rest zu Russland) das großartige Panorama der Dünenlandschaft. Gefährliche Wanderdünen, die einst Dörfer unter sich begruben, sind nun zu friedlichen, im 19. Jh. wieder aufgeforsteten, bewaldeten Hügeln geworden. Die Ortschaften mit den romantischen Fischerhäusern passen sich harmonisch in die Landschaft ein.

Fischerdorf am Kurischen Haff

Wir beschließen, nach längerem herumsuchen, in Dreverna, am Stellplatz des Museums unser Lager aufzuschlagen. Der Platz liegt mitten im Ort, ca. 150 m vom Hafen entfern. Er gehört uns für 3 Nächte ganz alleine!!!

Am 2. Tag setzen wir mit der Fähre und unseren Rädern über das Haff nach Juodkrante.  Wir Radeln 72 km auf der Landzunge „Neringa“ (die Riesin), besuchen die Fischerorte Pervalka, Preila und das Künstlerdorf Nida mit der gewaltigen Parnidder Düne – aus der Vogelperspektive – mit bis zu 6o m Höhe.

Kurische Nehrung

In einem gemütlichen Fischrestaurant lassen wir uns das Mittagessen schmecken. Danach ging`s wieder zurück, durch schattige Pinienwälder entlang der windigen Ostseeküste zur Fähre nach Juodkrante.

Stürmische Ostseeküste

Ein kurzer Abstecher zum Ornithologischen Zentrum in Vente. In riesigen Netzen werden im Frühjahr und im Herbst, wenn die Vogelschwärme durchziehen, einzelne Vögel zu Forschungszwecken beringt.

Weiter entlang der Küste, vorbei an Klaipeda fahren wir in den Nationalpark Zemaitijos. Zwischen sanften Hügeln verstecken sich 26 Seen, der größte davon ist der Plateliu ezeras an dem wir auf einer großen Wiese mit Blick zum See bleiben. Es ist Freitag, und man merkt, dass ziemlich viel los sein wird. Am Abend gab es dann die ersten Lagerfeuer und Musikeinlagen!

Samstagvormittag starten wir unsere Räder und wollen eine Runde um den See radeln. Auf halber Strecke gibt es das Museum der Raketenbasis „Saltojo karo muziejus“. Im Wald von Ploksciai waren während des kalten Krieges gut versteckt vier abschussbereite Atomraketen auf Ziele in Westeuropa gerichtet. Im Rahmen der Abrüstungsverträge wurden diese 1974 abgebaut und 2012 wurde die Raketenbasis zu einem Museum über den kalten Krieg. Bei der Besichtigung, bei der man unterirdisch die Anlage hautnah erleben kann, erlebt man ein gruseliges Gefühl und Gänsehaut pur!

Und wen man dann den „ROTEN KNOPF“ drückt dann sieht Europa so aus.

Zurück beim Auto ergreifen wir die Flucht. Kaum noch ein Parkplatz frei, Menschenmasse überall. Wir packen und fahren los Richtung „Berg der Kreuze“. bei Siauliai.

Der Berg der Kreuze: Ein frommer Ort des Wiederstandes

Während der Aufstände der litauischen Bevölkerung gegen die russischen Besatzer im 19. Jh. begann man auf dem Berg auch Kreuze für gefallene Angehörige zu errichten, deren Gräber man nicht kannte. Im Jahr 1900 sollen auf dem Berg etwa 400 Kreuze gestanden haben. Den russischen Besatzern war dies ein Dorn im Auge und die rückten mit Bulldozern an. Schon in der Nacht darauf standen neue Kreuze am Hügel. Dies wiederholte sich einige Male. Vergeblich. Der Berg der Kreuze wuchs erneut und wurde endgültig zu einem Symbol des Wiederstandes gegen die sowjetischen Besatzer.

Der Platz ist heute ein heiliger Ort für Katholiken, aber auch eine Sehenswürdigkeit für weniger fromme Reisende. Fast jeder Besucher bringt ein Kreuz für einen bestimmten Anlass mit. Anfang der 90er Jahre versuchte eine Gruppe von Studenten die Kreuze zu zählen. Bei 50.000 gaben sie ermüdet auf.

Wir konnten diesen Ort, bei tollem Licht im Sonnenuntergang und einer Art Kreuzwegandacht einer Gruppe gläubiger Menschen erleben.

Beim Museum Lazdynu Peledos

Ein sehr abgelegener Ort zum Entspannen. Das Haus war ein ehemaliges Gut mit Parkanlage, dass von dem Maler Ivanauskas und seinen literarisch begabten Töchtern Ende des 19.Jh. bis zum 2. Weltkrieg bewohnt wurde. Die Töchter wurden durch Romane und Geschichten aus dem Leben der Litauer bekannt. Zu sowjetischer Zeit war es verboten darüber zu schreiben. Sie schafften es aber unter dem Deckmantel eines Synonyms „die Eule im Haselnussstrauch“. Man findet die Eule immer wieder am Anwesen. In dem kleinen Museum erlebt man Hautnah ihre Geschichte und die der Menschen in der Umgebung. Die Parkanlage mit ihren alten Lindenbäumen könnte noch mehr Geschichten über die Litauer erzählen, jetzt dient er zur Erholung und Inspiration für Malkurse.

Nach 2 Tagen verlassen wir diesen verträumten Ort und fahren über die Grenz nach Lettland.

Vom Ritterorden zum Führerbunker geschichtsträchtiges Polen

MARIENBURG in Malbork,

6o km Süd/östlich von Danzig, ist das weltweit größte Backsteinschloss mit Burganlage am Fluss Nogat. Es besteht aus Vorburg, Mittelburg und dem ältesten Teil, das Hochschloss welches bereits 1270 erbaut wurde. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Anlage immer wieder um- und ausgebaut.  Alle Teile sind miteinander, durch ein uneinnehmbares  Verteidigungssystem, zu einer ca. 20 ha großen Wehranlage zusammengeschlossen.

Der 2. Weltkrieg richtete auch hier riesige Zerstörung an. In den letzten 70 Jahren konnte die Burg wieder recht gut rekonstruiert werden und erstrahlt wieder im alten Glanz

Großen Einfluss in der Entstehungsgeschichte hatte der Orden „Ritter des Spitals der Heiligen Maria des Deutschen Hauses zu Jerusalem“ oder kurz „Kreuzritter“ genannt. Der Ritterorden existiert heute noch und hat seinen Sitz in Wien unter der Führung des 65. Ordenshochmeisters. Der Orden betreibt Senioren- und Pflegeheime und engagiert sich in der Jugend- und Antidrogenarbeit.

SWIETA LIPKA ein bedeutender Wallfahrtsort

Das Gotteshaus wurde 1983 von Papst Johannes Paul II zur Basilika Minor ernannt. Die von Jesuiten erbaute Kirche ist heute einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Polens, sowie das bedeutendste Marien – Sanktuarium des Landes. Fast stündlich erklingt für 15 Minuten ein Orgelkonzert aus 4.965 Pfeifen und je nach gezogenen Registern winken, nicken und wackeln Engelchen zum Spektakel.

WOLFSSCHANZE ehemaliges Führerhauptquartier (Die dunkle Seite unserer Geschichte)

In kürzester Zeit stampften die Nazis 1940 zahlreiche Betonbunker und Sicherheitsanlagen aus Wald und Moor. Dieses frontnahe Führerhauptquartier diente als Befehlsbasis für die Operation „Barbarossa“, den Überfall auf die Sowjetunion. Das Gelände wurde hermetisch von der Außenwelt abgeschirmt und in verschiedene Sperrkreise und Einzelbunker für Hitler, Göring, Keitel,…  eingeteilt. Unter feuerfesten Tarnnetzen und Tarnbäumen, bepflanzten Dächern und Sträuchern entstand eine ganze Stadt. Hitler plante von hier unter anderem den Angriff auf Stalingrad und die Zerstörung Warschaus. Er fühlte sich sehr sicher in seinen Bunkern bis Wiederstand aus den eigenen Reihen kam (Putsch von Graf Schenk von Stauffenberg am 20. Juli 1944, der nicht gelang).

Im Jänner 1945 sprengte die Wehrmacht beim Abzug die meisten der 80 Bunker.

Das Gelände wurde später in mühevoller Kleinarbeit entmint und kann heute bei einem ca. 2 stündigen Rundgang besichtigt werden.

Warum besichtigt man so eine Gräuelstätte?? …. Mein Gedanke dazu: Man soll der Geschichte ins Auge blicken, damit man im Hier und Jetzt nicht dieselben Fehler noch mal macht. Leider lernen wir nicht daraus.

Das Baltikum erwartet uns, auf geht’s nach Litauen.

Quer durch den Norden Polens-Entlang der Ostseeküste Nach Danzig

Vor der Abfahrt zur Polnische Grenz gibt uns der Stellplatzbetreiber noch den Tipp das Schiffshebewerk Niederfinow zu besichtigen. Ein bauliches Meisterwerk aus Beton, Stahl und Nieten, welches 1936 fertiggestellt wurde und die Oder mit der Havel verbindet. Mit Hilfe des Hebewerkes überwinden die Schiffe eine Höhe von 52 Metern. 2019 ging ein neues Schiffshebewerk, in noch größeren Ausmaßen in den Probebetrieb.

Bei Schwedt an der Oder überqueren wir die Grenze nach Polen und fahren der Oder entlang. Bei Gryfino besuchen wir noch den „krummen Wald“, rund 50 bizarr geformte Kiefern. Dann geht es an Stettin vorbei bis Stepnice, wo es die größte Seeadlerpopulation Europas gibt. Leider hatten wir regnerisches Wetter und konnten sie nicht beobachten. Weiter ging es in den Norden zur Ostsee und weiter Richtung Danzig. Entlang der Küstenstraße herrscht bereits voller Ferienbetrieb. In den Badeorten tummeln sich Menschenmassen wie wir sie aus den südlichen Urlaubsländern kennen. Flucht!!!

Am 6. Tag erreichen wir Danzig. Wir wollen in der Stadt nicht frei stehen und so bleiben wir auf einem Campingplatz für 2 Tage in der Nähe des Strandes.

Danzig (pol. Gdansk) liegt an der Ostsee, an der Mündung der Mottlau in die Tote Weichsel. Die Stadt ist die Hauptstadt der Wojewodschaft Pommern und wichtigstes Zentrum im Norden Polens. Danzig war auf Grund der geografischen Lage an der Ostsee über Jahrhunderte durch ständig wechselnder Herrschaft von Preußen, Kreuzrittern, pommerischen Fürsten bis hin zum deutschen Reich, eine strategisch begehrte Stadt. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg (90% der Bauten) kehrte Danzig wieder in die Grenzen Polens zurück und wurde sorgfältig aufgebaut. Bei einem 10 stündigen Rundgang durch viele Straßen und Gassen, vorbei an tollen Gebäuden, erlebten wir einzigartige Eindrücke von Danzig.

Die auf der Danziger Werft entstandene unabhängige Gewerkschaftsbewegung „Solidarnosc“, unter der Führung von Lech Walesa trug dazu bei, dass das gesamte kommunistische System in Ostmitteleuropa zusammenbrach. Bei einem Rundgang im ehemaligen Werftgelände verspürt man noch den Geist der damaligen „Werftstadt“ und man glaubt in den alten, finsteren Hallen noch die Streikenden ArbeiterInnen zu hören. Nach einer polnischen Spezialität den Pierogi (gefüllte Teigtaschen) und gutem Fisch kehren wir zwar müde aber begeistert von der geschichtsträchtigen Stadt zu unserem Auto zurück.

Die Reise beginnt

Heute ist der 05.07.2021 wir beginnen unsere Reise ins Baltikum.

Der Plan, zwei Monate auf Reisen zu gehen, soll nach der langen COVID- Zeit Realität werden.

Alles verstaut: Räder, Kanu, Ficherausrüstung und vieles mehr. Noch ein Besuch bei der Mutter, Bruder und Neffen dann geht es um 16:oo Uhr los. Die erste Etappe führt uns noch an die tschechische Grenze bei Rainbach im Mühlkreis. Ein Parkplatz der einmal als Grenzparkplatz diente. Da bleiben wir nicht, denn da steht ein Hundehotel und das Gebell der Hunde wollen wir uns in der Nacht nicht antun. Wir beschließen weiter zu fahren, bis kurz vor Budweis, in den kleinen Ort Roznov. Abgelegen von der Straße finden wir einen schönen ruhigen Stellplatz direkt neben der Moldau. (Park 4Night). Das plätschern der kleinen Stromschnelle wird uns in den Schlaf summen. Morgen werden wir zeitig in der Früh durch Tschechen bis an die deutsch polnische Grenze fahren. Unser Ziel: der Badesee bei Tauchritz BRD, mal sehen wie es läuft .

Routing Tag1

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Durch tschechien und DeutschLAND an die Polnische Grenze

Wir starten um 5.00 Uhr früh und es sind die Straßen menschenleer. Obwohl wir alles auf Bundes oder Landesstraßen fahren kommen wir schnell voran, fahren am Kernkraftwerk Temelin, in seiner bedrohlichen große, vorbei und haben um 8.00 Uhr Prag bereits hinter uns gelassen. Das Frühstück lassen wir uns an einem ruhigen Plätzchen am Fischteich schmecken. Gegen Mittag verlassen wir Tschechien, reisen ohne jegliche Kontrolle des „Green Pass“ an einem kleinen Grenzübergang nach Deutschland ein und stehen bald auf unseren Übernachtungsplatz am Berzdorfer See. Der See entstand durch den Braunkohleabbau ein riesen Abbaubagger erinnert noch an diese Zeit. Jetzt ist der See für viele Menschen der weiteren Umgebung ein beliebtes Naherholungsgebiet. Wir lassen uns ein Eis in der Marina schmecken und gehen schwimmen.

Am nächsten Morgen geht es weiter durch das Bundesland Brandenburg vorbei an Eisenhüttenstadt. Sie entstand als Planstadt nach einem Beschluss im Juli 1950 als sozialistische Wohnstadt für das Eisenhüttenkombinat Ost (EKO). Das Werk ist noch heute ein bedeutender Arbeitgeber. Vorbei am Tagebau Jänschwalde eine Braunkohleförderung, die soll noch bis 2025 Laufen, erreichen wir Franfurt/Oder. Es regnet und so fahren wir gleich weiter in den Norden und bleiben bei einem kleinen privaten Campingplatz in Nord Kienitz. Der Besitzer dürfte in der DDR Zeit ein General gewesen sein. Seine Anweisungen wie man sich richtige verhält am Platz, deuten darauf hin(: Die Sonne scheint und so starten wir unsere Räder. Es geht zum Oderdamm/ Radweg und wir drehen eine 25 Km Runde mit herrlichen Aussichten auf den Fluss. Die Oder, der Genzfluß zu Polen ist ein Leckerbissen für Ornithologen. Unzählige Vogelarten kann man hier beobachten.

Manchmal kommt es anders – anders als man denkt!


 

Montag 26. März.

Wir sind ca. 50 km vor Veracruz und hätten noch 1200 km zur Amerikanischen Grenze. Da vernehmen wir abermals ein Krachen und Grammeln an unserem Auto und schnell ist klar wir können nicht weiterfahren. Abermals Abschleppwagen, Nissan Werkstatt und dann, nach Bangen und Hoffen – 24 Stunden später die Diagnose: Lager am linken Hinterrad kaputt, es kann nur das ganze Differenzial mit Achsen gewechselt werden und das muss aus Japan bestellt werden! Dauer mindestens 3 Wochen!!! Wir verstehen nicht, warum nicht nur das Lager getauscht wird, die Nissan Werkstatt macht das nicht und zu einer „no name“ Werkstatt wollen wir nicht mehr!!

Wir sind sprachlos, ratlos, hilflos!!! Die Freude am Weiterreisen ist uns vergangen.

Wir ziehen mal in ein Hotel und überlegen wie es weiter gehen soll.

Wir machen uns mal schlau und stellen fest, dass die Verschiffung von Veracruz aus möglich wäre. So geht es dann ans organisieren. Es ist aber Osterwoche und wir müssen bis Montag warten bis wir genaueres erfahren.

Am Montag geht’s dann schnell. Hr. Lau, der Direktor von der Spedition Beristain, der deutsch spricht ist sehr hilfsbereit und erledigt die Formalitäten: Fracht, Zoll, Autoausfuhr in einem Guss. Wir können unser Auto am Dienstag zum Hafen bringen und am Mittwoch ist die Zollkontrolle. Am Samstag, 7.04. fährt das Schiff – die Höegh Sydney – und bringt unsere angeschlagene Speed Turtle nach Antwerpen.

Wir buchen dann noch die Flüge für Donnerstag: Veracruz-Mexiko City-Atlanta-Frankfurt-Linz.

Wir sind am 6.April, Gerhards Geburtstag wieder in Österreich!!!

Rückreise nach Kanada- Halifax

 

Da der Aufenthalt in Chetumal dann doch 4 Wochen gedauert hat, beschlossen wir nicht mehr durch Belize und Guatemala zu fahren. Wir wollten ja von den Menschen und dem Land was sehen und nicht nur durchfahren.

Wir packten  unsere Speed Turtle am 22.03. zusammen und fuhren direkt bis Palenque durch, wo wir nochmals Agnes und Harold, Freunde aus Deutschland die weiter nach Südamerika fahren, treffen wollten.

Wir verbrachten gemeinsam 3 Tage am Maya Bell Camground und tauschten uns über unsere Erlebnisse in den letzten 10 Monaten aus. Wir konnten auch einen neuen mexikanischen Erdenbürger begrüßen, der dort vor 4 Tagen in einer Cabana das Licht der Welt erblickte!

 

Am 25. März fuhren wir dann weiter. Unser Ziel: am 1. April über die Grenze in die USA zu fahren und die nächsten 4 Wochen durch Amerika Richtung kanadische Grenze zu kommen.

Für 23. Mai ist die Verschiffung ab Halifax für unser Auto gebucht und für uns eine Kabine.

Zwangsurlaub am karibischen Meer

Chetumal

Eigentlich wollten wir dort nur noch das Wochenende abwarten und am Montag nach Belize einreisen, sind noch ca. 20 km bis zur Grenze.

Da so manche Geräusche unserer Speed Turtle immer lauter wurden, entschlossen wir uns, das doch noch in einer Werkstatt überprüfen zu lassen. Nach einigem hin und her zwischen Nissan Werkstatt und Mechaniker der so gar nicht unseren Vorstellungen entsprach wusste wir, dass das Differenzialgetriebe getauscht werden muss. So fanden wir dann doch noch eine Werkstatt, der bereit war die Arbeit zu übernehmen (ein gebrauchtes Getriebe aufzutreiben). Bei der Demontage stellte sich dann aber auch heraus, dass der Rahmen an weiteren Stellen gerissen war und auch da einiges zu machen anstand.

Am Campingplatz trafen wir Paulo und Ioana (Brasilianer und Rumänin) wir hatten sie schon zuvor mal kennen gelernt.

Paulo war für uns dann eine große Hilfe, indem er uns einige Male zur Werkstatt begleitete und uns dolmetschte.

So hieß es dann mal die Wohnkabine am Campingplatz „Yax Ha“ abstellen und das Auto zur Werkstatt und das für mal mindestens 14 Tage!!! Es hätte ein schlechterer Standplatz sein können.

Nach einer Woche überraschten uns Michaela und Günter, mit denen wir bereits 5 Wochen an der Baja California unterwegs waren.

Wir verbrachten die Tage bei Sonnenschein und 30° auf einem Rasenstellplatz an einer Meeresbucht und großem Pool in Calderitas bei Chetumal . Also „Zwangsurlaub“ in der Karibik.

 

„Oxtankah“ Ausgrabungsstätte bei Chetumal.

„Museo de la Cultura Maya“ in Chetumal

Unser „Urlaub“ dauerte dann aber über 3 Wochen und war dann doch auch ziemlich mühsam.

Die Reparatur unseres Autos, Austausch des Differenzialgetriebes und abermaliges schweißen des Rahmens, in so richtig mexikanischen Werkstätten, hat uns so manchen Nerv gezogen. Wir konnten das Wort „manana“ nicht mehr hören.

Nach Belize durch den Bundesstaat Quintana Roo

Coba

Im dichten Busch von Quintana Roo kann man zwischen mehreren kleinen Seen in der Maya Stätte Caba beinahe unrestaurierte Altertümer entdecken. Durch die große räumliche Ausdehnung, muss man sich dafür genügend Zeit nehmen oder so wie wir ein „Three-Bike“ mieten. So war es für uns recht angenehm, bei schwül/heißem Wetter die vielen Stelen, Pyramiden und Ausgrabungen zu besichtigen und dann auch noch die Pyramide „El Castillo“, mit 42m Höhe, zu erklimmen.

Tulum

Ist die einzige bekannte große Festungsstadt der Maya, die direkt an der Küste liegt. Der auf der Landseite von einer Mauer umschlossene Ort, thront weithin sichtbar auf 12m hohen Felsklippen, über dem vom weißen Sandstrand gesäumten Karibischen Meer.

So hatten wir nun nach 9 Monaten unserer Reise die Karibik erreicht!!

Wir hielten uns aber nicht lange dort auf, es war uns viel zu überlaufen!! Es ging weiter in den Süden.

Mahahual

Bei Mahahual, ca. 150 km vor der Grenze zu Belize, ließen wir uns ein paar Tage auf einem schönen Strandstück nieder. Endlich Sonne, Sand, Palmen und karibisches Meer. Leider hatten wir nur 2 Tage herrliches Wetter, dann gab es Gewitter, heftigen Wind und dazu ziemlich viel „Turtlegras“ im Wasser.

Laguna Bacalar

Dieser 56 km lange Süßwassersee, mit ruhigem flachem Wasser ist ein Paradies für Wassersportler und Fischer. Wir waren von dem Farbenspiel des Wassers beeindruckt. Es leuchtet bei Sonnenschein in den verschiedensten Grün und Blauschattierungen und die waren Temperaturen luden uns zum Schwimmen ein.

 

Auf den Spuren der Maya durch Yucatan


Uxmal

Inmitten der Puuc- Berge, die dem typischen Architekturstil der Gegend ihren Namen gab, war Uxmal während der späten klassischen Periode (600-900) eine bedeutende Stadt, umgeben von zahlreichen kleinen Ausgrabungsstätten.

Uxmal, das überwiegend im genannten Maya-Puuk-Stil erbaut ist, ist architektonisch eine der geschlossensten und schönsten präkolumbischen Stätte Mexikos.

Cenote ist ein dolinenartiges Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden und mit Süßwasser gefüllt ist. Der Begriff stammt von den Maya der Halbinsel Yucatan, und diese betrachteten sie als Eingänge zur Unterwelt und nutzten sie häufig als Opferstätten. Viele Cenotes in Yucatan stehen mit dem vermutlich größten zusammenhängenden Unterwasserhöhlensystem der Erde in Verbindung.

Cenotes rund um Homun

Nun wollten wir es mal genauer wissen was es mit den Cenoten so auf sich hat. In der Gegend um Homun gibt es zahlreiche dieser „Höhlen mit Wasser“ und so beschlossen wir uns einige anzusehen und natürlich versprachen wir uns Abkühlung!!! Wir organisierten uns einen „Tuck-Tuck“ Fahrer, der dann mit uns eine Runde zu 4 Cenoten machte. Es ist schon ein beeindruckendes Erlebnis, wenn man über steile Stufen hinab in dunkle Höhlen klettert und dann bei feucht/kühlen Temperaturen in das glasklare, bis über 15m tiefe Wasser steigt.

Besonders die mystische Atmosphäre die man erlebt, wenn man, begleitet von kleinen schwarzen Fischen, in dem kühlen Wasser schwimmt, ist unbeschreiblich!

Itzamal

Unseren nächsten Halt machten wir in Izamal, wo wir beim Hotel „Hacienda Santo Domingo“, welches einem Österreicher gehört, unser Lager für 3 Nächte aufschlugen. Die Anlage ist traumhaft und wir konnten auch das Pool benützen!!!

Sehenswert ist die Stadt, welche von den Spaniern im Jahre 1540 erobert wurde. Sie errichteten aus den von ihnen zerstörten Pyramiden ihre Sakralbauten. Vom Hauptplatz, deren Häuser vorwiegend gelb gestrichen sind, erhebt sich das Kloster „San Antonio de Padua“. Das riesige Atrium, das von einer Arkade mit 75 Bogen umgeben ist, soll eines des größten Mexikos sein. Die 3 Hauptpyramiden, so weit sie noch vorhanden sind, liegen mitten in der Stadt. Wenn man „Kinichkakmo“ erklimmt, die dem Sonnengott geweiht war, hat man einen wunderbaren Weitblick über die Stadt und deren Umgebung. Wir erkundeten die Stadt mit einem Pferdegespann, was uns das Rumlaufen bei den heißen Temperaturen ersparte.

Chichen Itza

Unser Weg führte uns weiter zu der heiligen Stätte der Maya von Chichen Itza. Eine Fläche von rund 5 Quadratkilometern Urwald musste gerodet werden, um nur einen Teil dieser Ruinen sichtbar zu machen. Sie ist heute eine der größten und am besten restaurierten archäologischen Stätte Mexikos und zudem eines der 7 Weltwunder.

Da Chichen Itza ziemlich zentral in Yukatan liegt, erlebten wir dort mal so richtig den Tourismus von Mexiko!! Schlangen an den Eintrittskassen und durch die ganze Anlage Verkäufer, die versuchen ihre Waren, wie Holzmasken, Schmuck, Keramik, Webereien,…an den Mann/Frau zu bringen, man hat das Gefühl sich auf einem Jahrmarkt zu befinden.

Trotz allem ist diese Maya Stätte sehr imposant und sehenswert. Schade, dass man auf keine Pyramide mehr raufklettern darf, und so keinen Überblick von oben bekommt.

 Valladolid

Ist die zweitgrößte Stadt Yukatans und hat wie so manch andere mexikanische Stadt einen schönen Stadtplatz mit der Kathedrale San Servacio.

Wir verbrachten eine Nacht am Stadtrand bei der Hazienda San Lorenzo mit der wunderschönen Cynote Oxman, in der wir uns wiederum Abkühlung verschaffen konnten.