Für den frühen Morgen war die 1. Pirschfahrt geplant. Wir machten uns aber erstmal auf die Suche von Gerhards Handy, das er am Vortag wo ausgestreut haben musste. Zum Glück war unsere Vermutung richtig und wir wurden beim Wasserfall fündig!
So fuhren wir dann mit etwas Verspätung zur Pirschfahrt. Durchs geöffnete Hochdach hatten wir Gelegenheit die Artenvielfalt dieses Nationalparks hautnahe erleben zu dürfen. Die Steppenlandschaft erlebten wir mit hohem saftigem Grase und roter Erde. Die kleine Regenzeit war gerade zu Ende gegangen. Dadurch waren manche Tiere etwas schwerer zu entdecken.
Herden von Uganda Grasantilopen, Impalas, Elenantilopen, die seltenen Rothschild Giraffen, Elefanten, Büffel, Wasserbock, Kuhantilopen, Warzenschweine und jede Menge Vöge konnten wir erleben. Höhepunkt war dann ein verliebtes Löwenpaar, dass sich unbekümmert vergnügte.
Bei der Bootstour am Nil zum Wasserfall durften wir diesen von einer anderen Perspektive erleben. Am Weg dorthin zeigte sich wiederum die Artenvielfalt Ugandas vom Wasser aus betrachtet: Marabus, Nilgänse, Reiher, Bienenfresser, Kingfisher, Elefanten, Nilpferde, Krokodile,..
Die Zeit in der großartigen Lodge war viel zu kurz. Hier ein paar Eindrücke von der Anlage und den vergnüglichen Affen.
Kibale Forest Nationalpark
Unsere Reise führte uns, immer dem Lake Albert folgend, zum Kibale Forest Nationalpark. Auf der Strecke dorthin passierten wir viele Dörfer in der sprichwörtlichen Hügellandschaft Ugandas und zahlreichen Teeplantagen. Tee war noch vor einigen Jahren die Hauptexportwahre, nun ist Gold an erster Stelle, von dem die Landbevölkerung aber nicht profitiert!!!!
Der Kibale NP ist mit 80% immergrünen Feuchtwäldern sowie saftigen Laubwäldern bedeckt. Der Rest besteht aus Sümpfen und Grasland. Bedingt durch den hohen Waldanteil leben hier über 1000 Schimpansen. Die an den Besuch von Menschen gewöhnte Gemeinschaft an Affen besteht mittlerweile aus 120 Familien.
Wir verbrachten eine Nacht im Kibale Forest Camp, bevor wir früh am Morgen zum Schimpansen Tracking aufbrachen.
Wir durften unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, in ihrer gewohnten Umgebung erleben. Es waren unbeschreibliche Stunden, in denen wir sie zuerst mal finden mussten und dann mit ihnen kreuz und quer durch den dichten Wald liefen. Es boten sich viele Momente, in denen wir diese uns so ähnlichen Geschöpfe, hautnah beobachten konnten. In vielen Situationen erkannten wir unser eigenes Verhalten! Es werden unvergessliche Momente bleiben!
Leider verging die Zeit mit diesen einzigartigen Tieren viel zu schnell. Zu ihrem Schutz ist der Aufenthalt der Menschen in ihrem Lebensraum streng begrenzt.
Nach diesem Abenteuer führte uns unsere Reise weiter Richtung Süden. Auf Sand und Schotterpisten durch Dorfer und kleinere Städte und durch das landschaftlich beeindruckende „Kasenda Crater Lake Field“. Dieses Gebiet aus Kratern liegt 30km von Fort Portal entfernt. Mehr als 30 Seen formen aus dieser einst sehr vulkanischen Gegend eine herrliche Landschaft.
Vorbei am Lake Gorge erreichten wir dann den
Queen Elisabeth Nationalpark,
wo wir am Kazinga Kanal in der die Bush Lodge Quartier bezogen.
Der Nationalpark wartet mit einer sehr vielseitigen, abwechslungsreichen Landschaft auf. Von offener Savanne über Sümpfe, Flüsse und Buschland sowie tropischen Feuchtwäldern bietet er vielen Tieren eine geschützte Heimat.
Früh morgens machten wir uns auf Foto Jagd im nördlichen Teil des Parkes beim Lake George. Wir sahen Gazellen, Warzenschweine, Wasserböcke, Nilpferde, riesigen Herden von Elefanten und Büffeln und immer wieder farbenprächtige Vögel.
Nach einer Mittagspause in der Lodge fuhren wir zu einer Bootstour am Kazinga Kanal. Dieser ist eine ca. 30km lange natürliche Wasserstraße, die die Seen Lake Edward im Westen und Lake George im Osten verbindet. Der Kanal bildet dabei die zentrale Lebensader für das Tier und Pflanzenreich und somit auch für die hier lebenden Menschen.
Wir starteten auf der Halbinsel Mweya bei der Lake Edward, der der größere der beiden Seen ist und zu zwei Drittel in der DR Kongo liegt. Wir konnten bei einer 2-stündigen Bootstour jede Menge interessanter Tiere beobachten wie Elefanten, Kaffernbüffel, Flusspferde, Krokodile, die sich in der Sonne sonnten und eine unbeschreibliche Artenvielfalt an Vögeln.
Nach einer weiteren Nacht in der Bush Lodge fuhren wir in den südlichen Ishasha-Sektor. Dort besteht die Landschaft aus leicht hügeliger Baumsavanne und ist bekannt für seine auf Bäume kletternden Löwen. Man ist hier immer nahe an der Grenz zum Kongo.
Die Tiere müssen sich Gott sei Dank nicht an Grenzen halten, wie die Nilpferdherden, die je nach Lust und Laune die Ufer wechseln.
Bei der Suche nach den Löwen in den Bäumen waren wir erstmal nicht erfolgreich. Dafür konnten wir einer jungen grünen Mamba beim Verspeisen einer Kröte zusehen und natürlich zeigten sich wiederum die uns schon bekannten Tiere wie Büffel, Antilopen, Elefanten,….
Am frühen Nachmittag waren wir dann bei unserer Unterkunft Enjojo Lodge und wollten uns mal etwas ausruhen. Doch damit wurde nicht viel. Kurz vor Sonnenuntergang holte uns Isaak unser Guide aus der Unterkunft mit der Nachricht wir könnten die Löwen noch sehen. So gings nochmals los auf der Rumpelpiste und 30 Minuten später ein beeindruckendes Bild.
Zwei Löwenmännchen hatten es sich in einem riesigen Feigenbaum gemütlich gemacht und liesen sich in keiner Weise von den Autos unterhalb des Baumes aus der Ruhe bringen.
Am Morgen hatten wir noch ein gemütliches Bushfrühstück bevor wir uns durch
1000 Hügel zum Bwindi Nationalpark und den Berggorillas aufmachten.
Der Höhepunkt unserer Reise durch Uganda war das Gorilla Tracking. Diese imposanten Tiere sind vom Aussterben bedroht und durch den Besuch trägt man zum Schutz der Tiere bei. Die Populationen erholen sich seit einigen Jahren.
Die Straßen/Pisten dorthin sind sehr holprig und ausgefahren aber die vielen Eindrücke der wundervollen Landschaft entschädigen einem auf jeden Fall. Wir passierten ausgedehnte Hügellandschaften und tropischen Regenwald bevor dann endlich die beeindruckenden Berge des Bwindi Inpenetrable Regenwaldes vor uns lagen.
Unsere Unterkunft für die nächsten 5 Nächte war die Chameleon Hill Lodge mit Traumaussicht über den Mutanda See zu den Vulkanen Sabinyo, Gahinga und Muhavura mit einer Höhe von 3645-4127 Metern.
Nach einem zeitigen Frühstück und dichtem Nebel (wir waren ja bereits auf über 2000m) fuhren wir zum Parkeingang. Nach einer Unterweisung und Einteilung in Gruppen machten wir uns bereit auf das Zusammentreffen mit den sanften Giganten, den seltenen Berggorillas Ugandas. Es gibt einige Gorilla Familien, die an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt wurden (habituiert sind). Dies passiert durch ausgebildete Ranger die die Gorillas über lange Zeit (1-2 Jahr) begleiten und sich in ihrer Nähe aufhalten.
Bevor wir sie aber zu Gesicht bekommen konnten, stand ein anstrengender Weg durch bewaldete Hänge, verschlungene Reben, vorbei an Büschen und Bambuspflanzen, vor uns. Dieser Weg musste erst von Rangern mit ihren Macheten ausgeschlagen werden. Es kann nie exakt im Voraus gesagt werden, wo sich die Menschenaffen aufhalten. Ranger, sogenannte Spotter, sind zeitig im Regenwald unterwegs und geben dann den ungefähren Standort der Tiere durch. So konnte es dann auch für uns losgehen. Wir waren eine Gruppe von 5 Touristen, 3 Rangern und noch 5 Begleitern, die unsere Rucksäcke trugen.
Nach anstrengenden 1,5 Stunden, immer steil bergauf trafen wir auf die Spotter und kurz darauf auf die ersten Giganten, die es sich im dichten Gebüsch gemütlich gemacht hatten und sich ihr „Frühstück“, die Blätter und Rinden der Büsche schmecken liesen. Es dauerte dann erstmal einige Minuten, bis wir wirkliche realisierten was sich da vor uns im Wald abspielte. Einer der Silberrücken (die Gruppe hat 2) lag vor uns, gleich in der Nähe eine Mutter mit ihrem 7 Monate alten Baby am Rücken. Sie verspeiste ein paar Blätter, während der Zwerg am Rücken spielte, weiter unten ein paar Jugendliche, die sich gegenseitig auflauerten und dann Machtkämpfe austrugen und immer wieder Familienmitglieder, die an uns vorbeiliefen oder einfach ihren Gewohnheiten nachgingen. Wir waren mitten unter der Familie und die Gorillas akzeptierten einfach unsere Anwesenheit.
Nach genau einer Stunde mussten wir diese Idylle leider verlassen, doch diese Augenblicke werden wir nie vergessen.
Der Rückweg war dann auch noch fordernd. Steil bergab durch das Dickicht und dann noch durch einen Fluss ohne Brücke. Da hieß es einfach durch durchs Wasser bis zum Po.
Nach unbeschreiblichen 5 Stunden im Regenwald und unvergesslichen Eindrücken fuhren wir zurück in unsere Lodge.
Den nächsten Tag genossen wir in der Unterkunft. An diesem Tag wäre eine Tour zu den Vulkanen geplant gewesen, die wir aber sausen liesen. Wir brauchten dringend mal einen Tag zum Ausspannen und ich gönnte mir eine Massage auf der Terrasse mit Traumblick- herrlich!
Farmleben und die Traditionen der Bevölkerung Ugandas.
Wir besuchten eine Familie, die uns in ihr Haus eingeladen hatte, für uns kochte und uns aus ihrem Leben erzählte.
Am Kapa Trail zu einem kleinen Wasserfall sahen wir mal hautnah die Menschen und die Natur und unter welchen Strapazen diese Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen.
Wir hätten dann noch eine Tour zu den Pygmäen auf dem Batwa Trail unternehmen wollen, doch ist bei der Anmeldung im NP etwas schiefgelaufen. Wir waren dann doch nicht angemeldet und so war es uns nicht erlaubt, diese „Waldmenschen“ in ihrer noch relativ traditionellen Umgebung zu besuchen. Die Familien, die in den Wäldern des Bwindi NP einst lebten wurden ausgesiedelt nachdem dieses Gebiet zum Nationalpark ernannt wurde. Sie fristen nun ihr Dasein als geduldetet Gruppe in der Bevölkerung. Sie sind darauf angewiesen von den Bauern, die selbst nicht viel erwirtschaften, als Tagelöhner mit Naturalien bezahlt zu werden. Wie diese Menschen leben, zeigte uns dann ein Besuch in einem dieser Dörfer. Wir waren sprachlos. Die Familien haben so an die 15 Kinder und die Männer können sich immer wieder jüngere Frauen suchen, da die Nachkommen ihre Altersvorsorge sichern soll!!! Man fühlt sich da als Tourist machtlos.
Wir hatten einiges zum Nachdenken!!
Bei der Rückfahrt zu unsere Lodge musste Isaak beim Auto ein heruntergefahrenes Schutzblech schweißen lassen, unsere einzige Panne bei diesen doch sehr anspruchsvollen Straßen und ca. 1700 km gefahrener Strecke (am nächsten Tag wurde noch ein Reifen an der Tankstelle geflickt, es steckte ein Nagel darin, war in 30 Min. erledigt!!!)
Unsere letzte Etappe zurück nach Entebbe mit Stopp im kleinen NP Lake Mburo
Da wir Corona bedingt nicht nach Ruanda einreisen durften, hatte sich unsere Route geändert und wir mussten zurück nach Entebbe.
So ergab sich noch ein Aufenthalt im NP Lake Mburo mit einer Bootsfahrt am See und einer Morgenpirsch zu Fuß durch den Park. War dann mal ein besonderes Erlebnis die Tiere ohne Schutz des Autos aus nächster Nähe zu sehen. Mit einem gemütlichen späten Frühstück verabschiedeten wir uns aus der Rock Lodge mit Traumaussicht in die Savanne.
Die Fahrt nach Entebbe führte uns dann auch wieder zurück auf die nördliche Halbkugel, über den Äquator, mit einem kleinen Schauspiel, welches man glauben kann oder auch nicht!?!?
Am Nachmittag waren wir zurück in Entebbe und konnten noch den Corona Test erledigen, den wir für den Rückflug benötigten ($ 120). Die Nacht verbrachten wir dann wieder im Secrets Guest House. Diesmal aber bei Partymusik bis 6.00 Uhr am Morgen. Unausgeschlafen mussten wir dann zum Flughafen. Rückflug 12.00 bis 17.00 mit Zwischenstopp in Doha. Da hatten wir dann Aufenthalt bis 2.30 des nächsten Tages (Flug wurde umgebucht).
Wir landeten dann um 7.00 Uhr in Wien und mit dem Zug gings ab nach Ernsthofen.
Es waren traumhafte Erlebnisse und Begegnungen mit den Menschen und Tieren von Uganda, die man schwer wiedergeben und erzählen kann, man muss dies selbst erlebt haben.
Ein besonderer Dank geht an unseren Guide Isaak, der immer bemüht war uns sein Land und deren Vielfalt an Menschen, Tieren, Pflanzen und Landschaft zu zeigen und nie verlegen war uns Rede und Antwort zu geben. Wir hoffen ihn mal wieder sehen zu dürfen. DANKE!!
