Vom Ritterorden zum Führerbunker geschichtsträchtiges Polen

MARIENBURG in Malbork,

6o km Süd/östlich von Danzig, ist das weltweit größte Backsteinschloss mit Burganlage am Fluss Nogat. Es besteht aus Vorburg, Mittelburg und dem ältesten Teil, das Hochschloss welches bereits 1270 erbaut wurde. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Anlage immer wieder um- und ausgebaut.  Alle Teile sind miteinander, durch ein uneinnehmbares  Verteidigungssystem, zu einer ca. 20 ha großen Wehranlage zusammengeschlossen.

Der 2. Weltkrieg richtete auch hier riesige Zerstörung an. In den letzten 70 Jahren konnte die Burg wieder recht gut rekonstruiert werden und erstrahlt wieder im alten Glanz

Großen Einfluss in der Entstehungsgeschichte hatte der Orden „Ritter des Spitals der Heiligen Maria des Deutschen Hauses zu Jerusalem“ oder kurz „Kreuzritter“ genannt. Der Ritterorden existiert heute noch und hat seinen Sitz in Wien unter der Führung des 65. Ordenshochmeisters. Der Orden betreibt Senioren- und Pflegeheime und engagiert sich in der Jugend- und Antidrogenarbeit.

SWIETA LIPKA ein bedeutender Wallfahrtsort

Das Gotteshaus wurde 1983 von Papst Johannes Paul II zur Basilika Minor ernannt. Die von Jesuiten erbaute Kirche ist heute einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Polens, sowie das bedeutendste Marien – Sanktuarium des Landes. Fast stündlich erklingt für 15 Minuten ein Orgelkonzert aus 4.965 Pfeifen und je nach gezogenen Registern winken, nicken und wackeln Engelchen zum Spektakel.

WOLFSSCHANZE ehemaliges Führerhauptquartier (Die dunkle Seite unserer Geschichte)

In kürzester Zeit stampften die Nazis 1940 zahlreiche Betonbunker und Sicherheitsanlagen aus Wald und Moor. Dieses frontnahe Führerhauptquartier diente als Befehlsbasis für die Operation „Barbarossa“, den Überfall auf die Sowjetunion. Das Gelände wurde hermetisch von der Außenwelt abgeschirmt und in verschiedene Sperrkreise und Einzelbunker für Hitler, Göring, Keitel,…  eingeteilt. Unter feuerfesten Tarnnetzen und Tarnbäumen, bepflanzten Dächern und Sträuchern entstand eine ganze Stadt. Hitler plante von hier unter anderem den Angriff auf Stalingrad und die Zerstörung Warschaus. Er fühlte sich sehr sicher in seinen Bunkern bis Wiederstand aus den eigenen Reihen kam (Putsch von Graf Schenk von Stauffenberg am 20. Juli 1944, der nicht gelang).

Im Jänner 1945 sprengte die Wehrmacht beim Abzug die meisten der 80 Bunker.

Das Gelände wurde später in mühevoller Kleinarbeit entmint und kann heute bei einem ca. 2 stündigen Rundgang besichtigt werden.

Warum besichtigt man so eine Gräuelstätte?? …. Mein Gedanke dazu: Man soll der Geschichte ins Auge blicken, damit man im Hier und Jetzt nicht dieselben Fehler noch mal macht. Leider lernen wir nicht daraus.

Das Baltikum erwartet uns, auf geht’s nach Litauen.

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