der Süden Litauens

Kernave an der Neris, Nord/Westlich von Vilnius

Das Städtchen war bereits in vorchristlicher Zeit besiedelt. Es ist berühmt für seine fünf Burghügel die während der Eiszeit entstanden sind und auf denen später die litauischen Fürsten stattliche Burgen bauten. Von diesen ist heute nichts mehr zu sehen, doch kann man die Hügel besteigen und von dort die herrliche Aussicht auf die Neris genießen und ein rekonstruiertes Dorf/Freilichtmuseum besichtigen. Der  Ort selbst war einst ein blühendes  Handelsstädtchen, wurde aber von den Kreuzrittern zerstört und die Stadt von einer dicken Erdschicht zugedeckt. Kernave wird daher oft auch „das litauische Troja“ genannt. Seit 1990 finden systematische Ausgrabungen statt. Das Gelände mit den Schüttburgen steht seit 2004 als Kulturreservat Kernave unter dem Schutz der UNESCO. Ein ganz toll aufbereitetes Museum zeigt Ausgrabungsfunde und informiert über die Siedlungsgeschichte.

Sehenswert ist auch die rote Kirche von Kernave.

Die Burg von Trakai

Trakai war im 14. Und 15. Jahrhundert die Hauptstadt Litauens und die Burg im See der Sitz der litauischen Großfürsten. Die Lage des Ortes und der roten Wasserbug, mitten im Insellabyrinth des Galvesees, schützte vor Angriffen des Deutschen Ordens. Die restaurierte Wasserburg ist heute über eine Holzbrücke mit dem Dorf verbunden und wird von fast jedem Urlauber besucht. Wir ließen uns den Anblick auch nicht entgehen.

Im Nationalpark Dzukija

Diese waldreiche Region von Dzukija und Suvalkija befindet sich in Litauens Süden an der Grenze zu Polen und Belarus, ist sehr dünn besiedelt und wird vom Fluss Nemuna (Memel) durchquert.

Unser Ziel war der kleine Ort Marcinkonys, wo wir mal unsere Wanderschuhe auspackten. Wir machten uns auf den 13km langen Wanderweg durch die unberührte Naturlandschaft des größten Nationalparks Litauens mit seiner besonderen Flora und Fauna. Man geht durch urwüchsige Kiefernwälder mit Flechten, Moosen und Heidekraut. Zu dieser Jahreszeit sieht man Unmengen von Pilzen die man nicht suchen muss, die sind einfach überall.  Entlang von Mooren, kleinen Seen und immer wieder mal einem Dörfchen, überquert man mal einen kleinen Fluss und eine Wanderdüne. Es war für uns ein Tag wie in einer Märchenwelt.

Am nächsten Tag besuchten wir noch das Städtchen Merkine an der Memel mit einem gewaltigen Aussichtturm, von dem man einen tollen Blick auf die Umgebung hat.

Im 2. Weltkrieg wurde auch hier, wie in so vielen anderen Orte,  die jüdische Bevölkerung (über 800 Menschen, davon 400 Kinder) von den Nationalsozialisten ausgelöscht. An diese Menschen erinnert der jüdische Friedhof und die Gedenkstätte der ermordeten Juden.

In Merkine und den umliegenden Dörfern wird die berühmte schwarze Keramik hergestellt. Dafür wird Lehm nach alten und wohlgehüteten Rezepten unter Beifügung von Fichtenharz in der Erde gebrannt. Wir besuchten einen Töpfer und erstanden natürlich ein Souvenir.

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